Background

Die Tätigkeit des Spielens wird mit Spaß und Eifer betrieben und geht in der Regel mit einer hohen Motivation einher. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in den Bildungswissenschaften versucht wird, Spielmotivation für Lehr-/Lernkontexte nutzbar zu machen. Diese Ansätze werden unter dem Begriff Game-Based Learning (GBL) zusammengefasst. GBL ist stark durch digitale Spiele beeinflusst und umfasst somit auch die Gestaltung von spielerischen E-Learning-Umgebungen und die Entwicklung computerunterstützter Lernszenarien mit Spielcharakter.

Es können dabei mehrere Ansätze unterschieden werden: Serious games sind digitale Spiele, mit denen noch weitere Ziele außerhalb der Spielintentionen verfolgt werden, beispielsweise spezifische Lernziele. In einem anderen Ansatz wird versucht zu ermitteln, welche allgemeinen Kompetenzen in digitalen Freizeitspielen (wie beispielsweise World of Warcraft oder Civilization) gelernt und weiterentwickelt werden können. In einem dritten Ansatz werden traditionelle Lernsettings durch Spielelemente angereichert (Gamification).

Mittlerweile gibt es zahlreiche Beispiele für entsprechende digitale Spielumgebungen. Mit Hilfe mobiler Endgeräte können digitale Spiele zu jeder Zeit an jedem Ort gespielt werden. Dies äußert sich beispielsweise in Massenphänomenen wie FarmVille und Candy Crush und birgt auch ein großes Potenzial für mobile Lernanwendungen. Besonders in höheren Schulstufen oder in der Hochschule werden vermehrt ganze Lerneinheiten oder Semesterveranstaltungen spielerisch gestaltet. Vereinzelt erheben ganze Schulen Spielen zum Grundprinzip (z.B. Quest to Learn). Die Diskussion um den Einsatz digitaler Spielumgebungen zeichnet sich dabei durch kontroverse und oft auch überzogene Positionen aus.

In dem Workshop werden aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Lernspiele, spielerischer Lernumgebungen und Gamification vorgestellt und aus wissenschaftlicher Perspektive diskutiert. Dabei werden Systeme sowohl unter einem technischen als auch unter einem didaktischen Blickwinkel beleuchtet. Chancen und Grenzen spielerischer Ansätze werden gemeinsam erörtert.

 

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